Neuer Partner im PV-Recycling
Was passiert mit PV-Modulen, wenn sie ausgedient haben? Die gute Nachricht: Fast alle Bestandteile eines PV-Moduls lassen sich heute zurückgewinnen und wiederverwerten. Möglich machen das spezialisierte Recyclingverfahren wie jenes unseres neuen Partners ROSI Solar.
Der Kreislauf nimmt Fahrt auf
Photovoltaik-Module haben eine Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren. Doch auch die robusteste Solartechnologie kommt irgendwann ans Ende ihres Einsatzes. Und mit dem rasanten Ausbau der Solarenergie in der Schweiz rückt eine neue Herausforderung in den Fokus: Was geschieht mit den Modulen, wenn sie ersetzt werden müssen?
Schon seit 2013 kümmert sich SENS eRecycling dank der Branchenlösung mit Swissolar um die Rücknahme und das Recycling von Photovoltaik-Modulen in der Schweiz. Die Solarpanels wurden bisher in Zusammenarbeit mit KWB Planreal verarbeitet. Mit Blick auf die künftig steigenden Rückbaumengen erwies sich ein zusätzlicher Recyclingpartner als sinnvoll.
ROSI ist ein junges, technologisch führendes Unternehmen aus Frankreich mit einer ersten grossen Anlage in Saint-Honoré, nahe der Schweizer Grenze. Das Unternehmen holt aus ausgedienten Solarmodulen nicht nur die klassischen Wertstoffe wie Glas oder Aluminium zurück, sondern auch jene Bestandteile, die bisher kaum oder nur mit grossem Aufwand recycelt wurden – etwa Silizium und Silber.
ROSI Solar
Der Name ROSI steht für «Return of Silicon», also die Rückgewinnung von Silizium. Das spiegelt die Kernkompetenz des Unternehmens wider: hochwertiges Silizium aus ausgedienten Photovoltaik-Modulen zurückzugewinnen und so dem Stoffkreislauf wieder zuzuführen.
Wertstoffe im Fokus
Im Gegensatz zu vielen anderen Elektrogeräten stehen beim Recycling von Solarmodulen nicht Schadstoffe im Zentrum. PV-Module enthalten mehrheitlich keine umweltbelastenden Stoffe. Entscheidend ist vielmehr der gezielte Umgang mit den verbauten Rohstoffen, denn diese sind wertvoll und in grosser Menge vorhanden.
Die meisten PV-Module in der Schweiz sind kristalline Silizium-Module. Sie bestehen zu rund 90 % aus Glas. Die weiteren Schichten bestehen aus Silizium-Wafern, Verbundfolien, Metallen und manchmal einer Rückseitenfolie.
Modernstes Recyclingverfahren
Die Rücknahme erfolgt schweizweit über das etablierte SENS-System. Bei ROSI werden die angelieferten Module zunächst mechanisch und thermisch behandelt. Der Aluminiumrahmen wird entfernt und die Verkapselungen in einem kontrollierten Pyrolyseprozess in Gas umgewandelt – effizient und ohne schädliche Emissionen. Die entstandene Energie bleibt im Prozess nutzbar.
In einem nächsten Schritt werden Glas, Kupferdrähte und PV-Zellen voneinander getrennt. en anspruchsvollsten Teil übernimmt ein chemisches Trennverfahren: Mit speziell entwickelten, milden Lösungsmitteln wird das Silber vom Silizium gelöst, ohne die Kristallstruktur der Zellen zu beschädigen. Das Ergebnis: hochreines Silizium, das erneut in der Solarindustrie oder für andere Halbleiteranwendungen eingesetzt werden kann. Zusätzlich wird zu 90% reines Silber gewonnen, das beispielsweise in der Elektronik- oder Schmuckindustrie Verwendung findet.
Grosser Schritt für Recycling von Schweizer PV-Modulen
Mit ROSI schliesst sich ein innovativer Partner dem SENS-Recyclingsystem an und ermöglicht uns, die Rücknahme und Verwertung von Solarmodulen voranzutreiben. Gleichzeitig sorgt die Partnerschaft dafür, dass die Schweiz für die anstehende Rückbauwelle von Solaranlagen gerüstet ist.
«Mit ROSI gewinnen wir einen Partner, der das Recycling von PV-Modulen technisch voranbringt. So können wir künftig noch mehr wertvolle Rohstoffe zurückgewinnen und die wachsenden Mengen an ausgedienten Modulen in der Schweiz effizient und umweltgerecht behandeln.»
Geschäftsführer SENS eRecycling
SENS eRecycling
Obstgartenstrasse 28
8006 Zürich