Wie funktioniert eigentlich ein Kühlschrank und weshalb muss er speziell recycelt werden?
Still läuft er vor sich hin, rund um die Uhr. Der Kühlschrank ist eines der meistgenützten Haushaltsgeräte. Doch wie funktioniert er? Und warum ist es so wichtig, ihn am Ende seines Lebens korrekt zu entsorgen?
Ein umgekehrter Heizkörper
Wer sich schon einmal hinter einen laufenden Kühlschrank gesetzt hat, kennt das Prinzip: Hinten ist es warm. Genau darum geht’s: nicht um Kälteerzeugung, sondern um Wärmetransport von innen nach aussen. Das geschieht durch einen geschlossenen Kühlkreislauf, in dem ein spezielles Kältemittel zirkuliert. Dieses verdampft bei niedriger Temperatur und entzieht dem Innenraum Wärme, die über den Kompressor in die Kühlrippen an der Rückseite an die Umgebung abgegeben wird. Das ausgeklügelte System funktioniert gut, aber das Kältemittel ist schädlich für die Umwelt, wenn es nicht korrekt entsorgt wird.
Weshalb Kältemittel umweltschädlich sind
Werden Kühlgeräte unsachgemäss entsorgt, können Kältemittel unkontrolliert entweichen. Schon ein einziges falsch behandeltes altes Kühlgerät kann das Klima so stark belasten wie eine Autofahrt von Zürich nach Singapur (25’000km)!
Früher enthielten Kühlgeräte Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW). FCKW beeinträchtigen die stratosphärische Ozonschicht, welche die Erde vor der ultravioletten Strahlung der Sonne schützt und das Klima wesentlich mitbestimmt. In neuen Geräten kommen oft alternative Kältemittel wie Isobutan zum Einsatz, das weniger klimaschädlich ist, dafür aber brennbar. Alle Varianten erfordern beim Recycling spezielle Sicherheits- und Umweltschutzmassnahmen.
So funktioniert der Recyclingprozess
Ein alter Kühlschrank sieht von aussen harmlos aus – aber sein Innenleben ist komplex. Deshalb läuft das Recycling in mehreren Schritten ab, bei denen Technik, Sicherheit und Umweltschutz zusammenspielen.
1. Entfernung von leicht lösbaren Teilen
Bevor es an die eigentliche Demontage geht, werden sichtbare und leicht entnehmbare Teile entfernt. Dazu gehören etwa Glasplatten, Gemüsefächer, Ablagen oder herausnehmbare Kunststoffeinsätze. Auch Kabel oder Stecker werden oft bereits jetzt abgetrennt, um spätere Verarbeitungsschritte zu erleichtern.
2. Sichere Entnahme von Kältemitteln und Ölen
Der wichtigste Schritt ist die kontrollierte Entnahme der im Kühlkreislauf enthaltenen Stoffe, insbesondere des Kältemittels und der Kompressor-Öle. Beide dürfen auf keinen Fall in die Umwelt gelangen. Beides wird getrennt und anschliessend in speziellen Anlagen sicher verbrannt.
3. Zerlegen und Zerkleinern
Nach dem Entleeren wird das Gerät in seine Bestandteile zerlegt. Ziel ist es, die einzelnen Materialien zu trennen: Metall, Kunststoff, Elektronik. Gleichzeitig wird die Isolierung, die bei älteren Geräten oft FCKW enthält, in geschlossenen Systemen zerkleinert und das schädliche Gas sicher abgesaugt.
4. Materialtrennung und Weiterverarbeitung
Zum Schluss werden die zerkleinerten Teile sortiert:
- Stahl, Aluminium und Kupfer werden geschmolzen und in der Metallindustrie wiederverwendet.
- Kunststoffe werden sortiert, gereinigt und als Regranulat für neue Produkte aufbereitet.
Durchschnittlich 85 % eines Kühlschranks können wiederverwendet werden. Durch die Rückgewinnung von Metallen, die fachgerechte Entsorgung von Kältemitteln und die sortenreine Trennung der Materialien werden pro recycelten Kühlschrank 2 Millionen Umweltbelastungspunkte eingespart. Ein Beweis, dass sich korrektes Recycling lohnt.
Was heisst das für dich?
Wenn dein Kühlschrank ausgedient hat, bring ihn zu einer offiziellen SENS-Sammelstelle oder gib ihn beim Fachhändler zurück – wenn du einen neuen Kühlschrank liefern lässt, nimmt der Lieferant deinen alten gleich mit. So leistest du einen aktiven Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz.
SENS eRecycling
Obstgartenstrasse 28
8006 Zürich