Die Sicht der Schweizer:innen auf Kreislaufangebote für Elektrogeräte

Sens eRecycling

Studie der FHNW

Wie nehmen Deutsch- und Westschweizer:innen die Angebote zur Förderung der Kreislaufwirtschaft von Elektrogeräten wahr und welche Einstellungen und Barrieren bestehen von Seiten der Konsument:innen gegenüber den drei Angeboten Repair, Reuse und Recycling (RRR)? Diesen Fragen ging das Institut für Marktangebote und Konsumentscheidungen der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) im Auftrag von SENS eRecycling nach.

Befragung unter Deutsch- und Westschweizer:innen

An der quantitativen Befragung zwischen dem 13. August und 2. September 2024 nahmen insgesamt 1002 Erwachsene ab 18 Jahren aus der Deutschschweiz (72%) und der Westschweiz (28%) teil. Mittels Fragebogen wurden sie zu ihrem Wissen, ihrer Wahrnehmung, ihrer Einstellung und zu ihrem Verhalten zu den Kreislaufangeboten für Elektrogeräten befragt. Die Stichprobe wurde nach Alter, Geschlecht, Sprach- und Wohnregion sowie Bildung quotiert, sodass sie in diesen Merkmalen der Deutsch- und Westschweizer Bevölkerung entspricht.

Haupterkenntnisse

 

1. Wissenslücken bremsen Gebrauchtkauf & Reparatur

Über 75% der Befragten wissen, wo sie Elektrogeräte recyceln können. Aber weniger als die Hälfte weiss, wo sie gebrauchte Geräte kaufen oder defekte Geräte reparieren lassen kann. Entsprechend werden diese Angebote nur wenig genutzt.

2. Grösse und Wert entscheiden über Recycling, Reparatur oder Reuse

Je teurer ein Gerät oder die (emotionale) Abhängigkeit von einem Gerät, desto eher wird es repariert oder verschenkt. Aus Kosten-Nutzen-Überlegungen werden zudem am liebsten teure, funktionierende Geräte weiterverkauft. Je kleiner jedoch ein Gerät ist, desto eher wird es dem Kreislauf entzogen und
fälschlicherweise im Kehricht entsorgt.

3. Ad hoc statt periodisch 

Ausgediente Elektrogeräte werden meistens bei Ereignissen wie Umzug, Neukauf oder bei einer Entrümpelungsaktion weitergegeben oder recycelt. Selten zeitnah oder periodisch.

4. Persönliche Erfahrung und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten fördert die Handlungskompetenz

Je mehr die Befragten die einzelnen RRR-Angebote und deren Handhabung kennen, desto weniger werden diese als mühsam empfunden und desto öfter werden sie genutzt.

5. Emotionen wirken als Treiber oder hemmen die Nutzung von RRR-Angeboten

Positive Gefühle wie Stolz und Zufriedenheit beim Reparieren, Verschenken oder fachgerechten
Recyceln verstärken die Nutzung entsprechender Angebote, während Schuld- und Schamgefühle sowie Hygienebedenken davon abhalten.

6. Einstellungen prägen Gewohnheiten

Wer überzeugt ist, dass defekte Elektrogeräte repariert und funktionierende Geräte weiterverwendet statt entsorgt werden sollten, nutzt Repair- und Reuse-Angebote häufiger. Dem Kauf von Gebrauchtgeräten haftet nach wie vor ein Second-Choice-Image an.

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Hier finden Sie die Aufzeichnung des Webinars.