Von uns, für Sie
In einem Recyclingsystem wie der SENS sind unsere Kunden und Partner das Wichtigste – das schlägt durch auf unsere tägliche Arbeit. Gerne geben wir einen Einblick in die Strukturen, Höhepunkte und Ziele von SENS eRecycling im Budgetjahr 2016. Sozusagen ein Schulterblick über das letzte Jahr – von uns, für Sie!
Vorwort Präsident
Die Kurve erfolgreich genommen
2016 konnte das System-Update umgesetzt werden – mit dem Ziel, die freiwillige Branchenlösung langfristig zu sichern.
Solidarität, Verursacherprinzip, Freiwilligkeit – sind diese bewährten schweizerischen Werte nicht mehr zeitgemäss? Wir sind überzeugt, dass gerade das Gegenteil der Fall ist. Hat doch die über fünfundzwanzigjährige Erfolgsgeschichte der SENS eindrücklich gezeigt, dass in einer funktionierenden Zivilgesellschaft die effiziente Selbstregulierung und -organisation durch Branchen möglich ist. Warum sollte ausgerechnet dann, wenn die Rahmenbedingungen für alle schwieriger werden, dem Staat etwas aufgebürdet werden, was andere gut und günstig erledigen?
2016 haben wir uns in einem wiederum schwierigen Umfeld gut behauptet. Der Abwärtstrend der Rohstoffpreise hielt unverändert an, die Kosten stiegen – während die Einnahmen auf hohem Niveau stabil blieben. Wie bereits im Vorjahr machen sich bei uns die Verschiebungen im Detailhandel deutlich bemerkbar: Geräte werden immer häufiger im Ausland oder online gekauft, wo keine vRG erhoben wird. Um unsere Anstrengungen, neue Marktteilnehmer ins SENS-System zu integrieren, zu stärken, haben wir nun eine Kampagne lanciert unter dem Titel «Schliesse den Kreis», womit wir Konsumenten direkt ermuntern, darauf zu achten, dass beim Kauf die vorgezogene Recyclinggebühr im Preis integriert ist.
Die 2015 konzipierten und angekündigten System-Updates (SENS 2.0) konnten wir erfolgreich umsetzen, sie werden ab dem laufenden Jahr dem Ungleichgewicht der Einnahmen gegenüber den steigenden Entsorgungs- und Transportkosten nachhaltig entgegenwirken. Es liegt in der Natur solcher Veränderungen, dass sie kaum je zur allseitigen Zufriedenheit führen. Umso mehr freut es uns, dass wir in diesem Prozess alle Partner der SENS an einen Tisch bringen konnten und es schliesslich gelang, noch mehr Transparenz in die Organisation des Rücknahmesystems zu bringen und es fit zu machen für die kommenden Jahre.
Die Bedenken einiger Gemeinde-Sammelstellen wurden zwar Mitte Dezember via Postulat von Ständerat Peter Hegglin ins Parlament getragen. Darin wurde der Bundesrat aufgefordert, die beiden Elektrorücknahmesysteme der SENS und von Swico zu analysieren und auf ihre Tauglichkeit zu prüfen. Der Ständerat überwies nun das Postulat an die UREK, die es in den nächsten Monaten zu prüfen hat. Wir schauen dieser Prüfung mit Zuversicht entgegen und hoffen, dass sie auch dazu führt, dass die 2015 überraschend vertagte Revision der Verordnung über die Rückgabe, die Rücknahme und die Entsorgung elektrischer und elektronischer Geräte (VREG) zu einem guten Abschluss gebracht werden kann, in welchem die Problematik der Trittbrettfahrer so angegangen wird, wie ursprünglich geplant.
Wir sind bereit, uns auch im kommenden Jahr mit aller Kraft für die bewährte freiwillige Branchenlösung einzusetzen. Wir sind motiviert, die aktuellen Hürden zu meistern und damit eine Erhöhung der vRG für den Endkonsumenten oder gar ein Obligatorium zu verhindern. In diesem Geschäftsbericht zeigen wir Ihnen, was wir mit diesem Ziel im Jahr 2016 alles angestossen und umgesetzt haben – und wofür wir uns weiterhin einsetzen werden.
Ihr Andreas Röthlisberger
Vorwort Geschäftsführerin
In Bewegung bleiben, um neue Stabilität zu gewinnen
«In einem wankenden Schiff fällt um, wer stillsteht – nicht wer sich bewegt.»
Dieses Zitat des 1786 geborenen deutschen Journalisten Ludwig Börne beschreibt meiner Meinung nach schön unsere Situation, aber auch unseren «Spirit» im vergangenen Jahr. Obwohl die See – die Rahmenbedingungen in denen wir unterwegs waren – zuweilen rau bis stürmisch war, sind wir nicht stillgestanden. Ganz einfach deshalb, weil wir davon überzeugt sind, dass neue Stabilität nur durch Bewegung gewonnen werden kann.
Mit Zufriedenheit blicken wir auf das, was wir 2016 gemeinsam mit unseren Partnern bewegt haben: Mehr als 700 ans System angeschlossene Hersteller und Importeure unterstützen den eRecycling-Kreislauf tatkräftig – das sind rund 10 Prozent mehr als im Vorjahr.
Beeindruckend sind auch die Erkenntnisse aus unserer Ökobilanz: Unser Umweltnutzen von 2 800 Milliarden UBP (Umweltbelastungspunkten) liegt zum Beispiel in der Grössenordnung der jährlichen Umweltbelastung der Stadt Bern.
2016 haben wir die im Projekt «SENS 2.0» formulierten neuen Lösungsansätze und Kostenoptimierungen im eRecycling-Kreislauf umgesetzt – gemeinsam mit unseren Partnern. Durch den Aufbau einer eigenen SENS-Logistik – ebenfalls Teil der Systemoptimierung – können seit Anfang 2017 unsere Entsorgungspartner wählen, ob sie einen Transport selbst durchführen, oder an die SENS-Logistik abgeben wollen. Dass mehr als 600 Sammelstellen und alle bestehenden Entsorgungspartner die neuen Verträge unterschrieben haben, werten wir als Vertrauensbeweis und als Zeichen dafür, dass unser System damit auf gutem Weg ist.
Mit «Fair vRG» haben wir im vergangenen Jahr eine einfache, unkomplizierte Lösung erarbeitet, mit der es möglich ist, auf importierte Geräte eine nachträgliche Zahlung der vRG per SMS zu leisten.
Um die Öffentlichkeit für Nutzen und Wert des freiwilligen Rücknahmesystems verstärkt zu sensibilisieren, haben wir die Kommunikationsmassnahmen intensiviert. Dazu gehörte auch die Ausarbeitung des Konzepts «Schliesse den Kreis», welches mittels einer Kampagne 2017 landesweit ein breites Publikum erreichen soll.
«Schliesse den Kreis» – das ist das Stichwort für unseren Ausblick ins Jahr 2017: Wir vertrauen darauf, dass wir gemeinsam mit allen Partnern unser bewährtes, effizientes und transparentes Elektrogeräterücknahmesystem weiterhin zum Erfolg führen werden.
Ich freue mich, auf ein gutes Team und unterstützende Partner zählen zu können, die selbst in stürmischen Zeiten für die gute Sache in Bewegung bleiben, die sich bewegen lassen und die selbst tatkräftig mithelfen, dass etwas bewegt wird. Wie viel das im Jahr 2016 war, lesen Sie am besten in diesem Geschäftsbericht nach. Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre.
Ihre Heidi Luck