Die SENS-Highlights des Jahres

2025 brachte vielfältige Projekte: von der fortgeführten E-Zigaretten-Sammlung über ein Projekt zur Wiederverwendung von Photovoltaik-Modulen und die Vereinfachung der Deklarationsprozesse bis hin zur neuen Website, kreativen Kampagnen und wichtigen regulatorischen Weichenstellungen.

Sens eRecycling
Sens eRecycling

Management Team neu aufgestellt

Das Führungsteam hinter SENS eRecycling

SENS eRecycling hat im vergangenen Jahr seine Führungsstruktur gezielt weiterentwickelt und damit wichtige Weichen für die zukünftige Ausrichtung der Organisation gestellt. Nachdem Sabrina Bjöörn die Stiftung nach fast zehn Jahren engagierter Tätigkeit verlassen hat, konnte mit Tobias Müller ein ausgewiesener Problemlöser als Leiter Kunden gewonnen werden. Seit August 2025 ergänzt er das SENS-Team und übernimmt in dieser Funktion auch die Stellvertretung von Pasqual Zopp.

Tobias Müller bringt einen breiten Erfahrungsschatz sowie fundiertes Know-how im Kundenmanagement mit und verfügt über langjährige Erfahrung in der Betreuung wichtiger Schlüsselpartner. Mit seinem Engagement, seinem ausgeprägten Verständnis für die Bedürfnisse der Stakeholder sowie seiner Leidenschaft für nachhaltige Lösungen stärkt er die Weiterentwicklung des Kundenbereichs und trägt dazu bei, die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Anspruchsgruppen von SENS weiter auszubauen.

Parallel dazu wurde mit dem Management Team eine Führungsstruktur etabliert, die für mehr Transparenz und besserer Steuerung in zentralen Unternehmensbereichen sorgt und die bereichsübergreifende Zusammenarbeit stärkt. Das Management Team setzt sich aus Christian Bollinger (Leiter Operations), Nando Erne (Leiter Marketing & Kommunikation), Sibylle Sutter (Leiterin Finanzen, Controlling & HR), Tobias Müller und Pasqual Zopp zusammen. Das Gremium bildet eine zentrale Plattform für den Austausch zu strategischen und operativen Themen.

In den vergangenen Monaten hat das Team Verantwortlichkeiten geschärft, zentrale Führungsprinzipien definiert und die Zusammenarbeit über die Bereiche hinweg weiterentwickelt. Damit wurden wichtige Grundlagen geschaffen, um die Organisation auch künftig wirkungsvoll zu steuern und den steigenden Anforderungen gerecht zu werden.

Fazit

Das neue Management Team ist seit Mitte 2025 operativ. Mit klar verteilten Verantwortlichkeiten und gemeinsam definierten Führungsprinzipien ist SENS eRecycling intern schlagkräftiger aufgestellt und bereit, die nächsten Schritte anzugehen.

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Regulatorische Veränderungen

Klare Weichenstellung für Kreislaufwirtschaft und Produzentenverantwortung

Die regulatorischen Rahmenbedingungen für die Kreislaufwirtschaft befinden sich im Wandel. Neue Regelungen stärken die Produzentenverantwortung, schaffen mehr Klarheit im Vollzug und bilden die Grundlage für die Weiterentwicklung bestehender Branchenlösungen.

Teilrevision des Umweltschutzgesetzes 

Per 1. Januar 2025 trat die Teilrevision des Schweizer Umweltschutzgesetzes (USG) in Kraft. Sie verankert die Kreislaufwirtschaft erstmals als Leitprinzip im Umweltrecht und stärkt die Abfallhierarchie: Abfallvermeidung, Wiederverwendung und stoffliche Verwertung werden klar vor der energetischen Verwertung priorisiert. Gleichzeitig schafft das Gesetz neue Grundlagen zur Förderung von Reparierbarkeit, längerer Produktlebensdauer und geschlossenen Materialkreisläufen.

Für SENS eRecycling ist die Revision besonderer relevant, da die erweiterte Produzentenverantwortung gestärkt wird und Möglichkeiten entstehen, bislang nicht angeschlossene Marktteilnehmer in das SENS-System einzubinden. Zudem erhält der Bundesrat erweiterte Kompetenzen, Anforderungen an Produkte und Verpackungen festzulegen – etwa zu Rücknahme, Wiederverwendung, Recyclingfähigkeit sowie Informationspflichten. Damit wird die Rolle von Branchenlösungen und privatwirtschaftlich organisierten Sammel- und Verwertungssystemen weiter gefestigt.

Weiterentwicklung der VVEA

Die Teilrevision schafft die gesetzliche Grundlage für die Weiterentwicklung bestehender und neuer Branchenlösungen. Die konkrete Ausgestaltung erfolgt schrittweise über nachgelagerte Verordnungen, insbesondere im Rahmen der Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (VVEA).

Darin werden unter anderem die Kriterien zur Anerkennung von Branchenorganisationen präzisiert. SENS eRecycling stand 2025 hierzu im Austausch mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU), um darzulegen, wie bestehende Mechanismen im Rücknahmesystem umgesetzt und wie die verschiedenen Akteure eingebunden werden. Am 22. Dezember 2025 wurde die Vernehmlassung zur entsprechenden VVEA-Revision eröffnet. Sie dauerte bis zum 12. April 2026.

Vernehmlassung zur GeVREG

Im Sommer 2025 eröffnete das BAFU die Vernehmlassung zur GeVREG. Ziel ist es, den Geltungsbereich der erweiterten Verordnung über die Rückgabe, die Rücknahme und die Entsorgung elektrischer und elektronischer Geräte (VREG) zu präzisieren sowie den Gerätekatalog für Elektro- und Elektronikgeräte zu aktualisieren und zu konkretisieren.

Die GeVREG soll insbesondere klar regeln, welche Geräte und Produktkategorien künftig unter die Herstellerverantwortung fallen. Damit sollen Graubereiche reduziert, neue Produktformen abgebildet und die Rechts- und Planungssicherheit erhöht werden. 


Die GeVREG ist ein zentrales Instrument für die operative Umsetzung der erweiterten Produzentenverantwortung. Die Inkraftsetzung ist derzeit für Herbst 2026 vorgesehen. Geplant ist unter anderem die Ausdehnung auf Photovoltaikmodule, auf Geräte in Möbeln, Gebäuden oder Fahrzeugen sowie auf bestimmte Geräte aus dem Medizinalbereich.

Fazit

Die Teilrevision des Umweltschutzgesetzes verankert Kreislaufwirtschaft als Leitprinzip, stärkt die Produzentenverantwortung und schafft die Grundlagen für die Weiterentwicklung privatwirtschaftlicher Rücknahmesysteme.

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Proaktive Fondssteuerung und verlässlicher vRB

Grundlagen für ein tragfähiges Rücknahmesystem

Damit das SENS-System langfristig stabil funktioniert, müssen die einzelnen Fonds innerhalb sinnvoller Unter- und Obergrenzen geführt werden. Nur so lassen sich faire und verlässliche vorgezogene Recyclingbeiträge (vRB) und ein nachhaltiges Recycling sicherstellen.

2025 wurden dazu mehrere Projekte umgesetzt, die gemeinsam ein Ziel verfolgen: die Entwicklungen in den Fonds besser zu verstehen, proaktiv Massnahmen abzuleiten und so faire, langfristig tragfähige Rahmenbedingungen für den vRB sicherzustellen.

Prognosemodell für Haushaltgrossgeräte

Für den Fonds der Haushaltgrossgeräte wurde 2025 ein Prognosemodell erarbeitet. Im Zentrum standen die Analyse der zentralen Einflussgrössen und Zusammenhänge im System, eine Sensitivitätsanalyse dieser Einflussgrössen sowie die Berechnung verschiedener Szenarien bis 2030. Als eine wichtige Einflussgrösse auf den Fonds zeigte sich beispielsweise die Entwicklung des Durchschnittsgewichts.

Die gewonnenen Erkenntnisse schaffen Transparenz gegenüber externen Anspruchsgruppen und bilden eine fundierte Grundlage für zukünftige Entscheidungen. Das Modell wurde bereits mit der Branche gespiegelt. Ziel davon war es, die Erwartungshaltung zur zukünftigen Entwicklung des Markts abzugleichen, ein gemeinsames vertieftes Verständnis für Einflussgrössen zu gewinnen und die Kompetenz von SENS eRecycling aufzuzeigen. In einem nächsten Schritt sollen ähnliche Prognosemodelle auch für weitere Fonds erstellt sowie eine intensive Datenerhebung durchgeführt werden.

Sicherung der Branchenlösung Kleingeräte

Parallel dazu wurde die finanzielle Situation des Fonds für Kleingeräte vertieft analysiert. Der Fonds wies keine unnötigen Reserven auf; vielmehr machten deutlich höhere Kosten in der Entsorgung eine Anpassung dringend notwendig. Gründe dafür sind höhere Komplexität und Miniaturisierung der Geräte, abnehmende Wertstoffausbeute, Brandrisiko durch Lithium-Ionen-Batterien sowie steigende Lohn-, Treibstoff- und Energiekosten. Die Berechnungen zeigten, dass ohne Anpassungen eine Unterdeckung drohte. Um das Weiterbestehen des Fonds sicherzustellen, wurden verschiedene Szenarien modelliert und eine Erhöhung des vRB ausgearbeitet, die per 1. Januar 2026 in Kraft trat.

Begleitet wurde dieser Prozess von einer proaktiven Kommunikation mit den vRB-Partnern. Die Anpassung konnte ohne Kündigungen umgesetzt werden und der Fondsbestand sollte sich 2026 stabilisieren. Die Entwicklung des Fonds wird weiterhin genau beobachtet.

Neudefinition der Fondsgrenzen

Ein drittes Teilprojekt betraf die Grundlagen der Fondssteuerung selbst: Die bisherigen, einheitlich definierten Fondsgrenzen waren für Fonds mit tiefer Sammelquote nicht sinnvoll, weil sie den notwendigen Fondsaufbau erschweren können. Gemeinsam mit der Finanzkommission wurden deshalb differenzierte Kriterien entwickelt. Bei Fonds mit tiefen Sammelquoten dient neu die verkaufte Menge als Referenzgrösse, da diese die zukünftig zu erwartenden Kosten widerspiegelt und somit eine nachhaltige Gestaltung des vorgezogenen Recyclingbeitrags ermöglicht.

Fazit

Durch Prognosemodelle, differenzierte Fondsgrenzen und gezielte Anpassungen wurden 2025 die Grundlagen geschaffen, um die SENS-Fonds langfristig stabil zu halten und faire vorgezogene Recyclingbeiträge zu sichern.

Sens eRecycling

Automatischer Tariffinder

Digitalisierung der Deklarationsprozesse

Die Deklaration von in Verkehr gebrachten elektrischen und elektronischen Geräten ist für viele Kunden von SENS eRecycling mit Aufwand verbunden. Rund 1900 Geräte in der SENS-Tarif- und Geräteliste bedeuten komplexe Deklarationspflichten: Kunden, die Produkte in allen Kategorien anmelden, müssen sich mit bis zu 12 unterschiedlichen Kategorien, etwa 15 attributbasierten Ausprägungen und 33 verschiedenen Deklarationsbedingungen auseinandersetzen. Manuelle Deklarationen mehrmals jährlich binden erhebliche Ressourcen und schaffen Fehlerquellen.

Automatisierung als Lösung

Das Projekt «Automatischer Tariffinder» adressiert diese Komplexität durch einen digitalen Ansatz: Die neue Lösung nutzt strukturierte Artikelstammdaten und Mengengerüste, um Deklarationen automatisch zu generieren – ohne manuelle Einträge im Web-Portal. Damit wird nicht nur der Aufwand für bestehende Kunden minimiert – es wird gleichzeitig eine der grössten Hürden für potenzielle Neukunden abgebaut und die Attraktivität des SENS-Systems gesteigert.

Die Umsetzung folgte einem methodischen Ansatz: Das Projekt begann mit einer Auslegeordnung und Definition der Ziele. Anschliessend wurde eine spezialisierte Datenbank auf Grundlage der bestehenden Tarif- und Gerätelisten aufgebaut, die alle für die Deklaration benötigten Attributinformationen sowie allfällige Bedingungen berücksichtigt. Aktuell wird diese Datenbank in einem Proof of Concept anhand von Testdaten validiert.

Strategische Bedeutung und Mehrwert

Die Initiative leistet einen direkten Beitrag zu den strategischen Zielen von SENS eRecycling. Erstens reduziert sie die Kostenbelastung für Kunden – ein Schlüsselfaktor bei der Gewinnung potenzieller Neukunden. Zweitens maximiert sie den Nutzen des SENS-Rücknahmesystems durch automatisierte, rechtzeitige und vollständige Deklarationen.

Die Vorteile erstrecken sich über die gesamte Organisation: Revisionen können schneller und effizienter durchgeführt werden; das Kundenteam erhält besser strukturierte Daten für die Kundenberatung; und das Gesamtsystem gewinnt an Transparenz und Gleichbehandlung. Dies schafft Vertrauen bei Vertragspartnern und reduziert Deklarationsfehler.

Das Ziel ist bewusst ambitioniert, aber realistisch: Wenn es gelingt, mindestens 80 Prozent aller elektrischen und elektronischen Artikel automatisiert zu deklarieren, wäre ein substanzieller Fortschritt erzielt. Jedoch ist die Automation auch stark abhängig von der Stammdatenqualität unserer vRB-Partner: Je besser die Stammdatenqualität, desto mehr Geräte können automatisch deklariert werden. Die vollständige operative Umsetzung steht noch bevor und ist von den Ergebnissen der laufenden Testphase 
abhängig.

Fazit

Mit dem automatischen Tariffinder wird die Deklaration von Elektrogeräten digitalisiert, um den Aufwand für Kunden zu minimieren und die Attraktivität des SENS-Systems zu steigern.

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Studie zur Kreislaufwirtschaft von Elektrogeräten

Wie Wissen, Einstellungen und Emotionen das Verhalten prägen

Was motiviert Schweizer Konsument:innen, ihre Elektrogeräte zu reparieren, weiterzuverkaufen oder fachgerecht zu recyceln? Und welche Barrieren stehen dem entgegen? Diesen Fragen ging das Institut für Marktangebote und Konsumentscheidungen der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) im Auftrag von SENS eRecycling nach.

Im Rahmen einer umfassenden vierphasigen Forschungsstudie wurden zwischen August und September 2024 über 1000 Erwachsene aus der Deutsch- und Westschweiz zu ihrem Wissen, ihrer Wahrnehmung, ihrer Einstellung und ihrem Verhalten bezüglich Kreislaufangeboten für Elektrogeräte befragt. Die Studienergebnisse wurden 2025 publiziert und am International E-Waste Day vom 14. Oktober 2025 im Rahmen eines Webinars den Partnern von SENS eRecycling präsentiert.

Zentrale Erkenntnisse

Die Studie zeigt deutliche Wissenslücken: Während über 75% der Befragten wissen, wo sie Elektrogeräte recyceln können, weiss weniger als die Hälfte, wo sie gebrauchte Geräte kaufen oder defekte Geräte reparieren lassen kann. Entsprechend werden diese Angebote nur wenig genutzt. Grösse und Wert eines Geräts entscheiden massgeblich über dessen weiteren Weg: Je teurer ein Gerät oder je grösser die emotionale Abhängigkeit davon, desto eher wird es repariert oder verschenkt. Aus Kosten-Nutzen-Überlegungen werden am liebsten teure, funktionierende Geräte weiterverkauft. Kleinere Geräte dagegen landen häufiger im Kehricht – eine Fehlentsorgung, die bei vielen Befragten Schuldgefühle auslöst.

Die Studie belegt zudem, dass ausgediente Elektrogeräte meist bei bestimmten Ereignissen wie Umzug, Neukauf oder Entrümpelungsaktionen weitergegeben oder recycelt werden – selten zeitnah oder routinemässig. Positive Emotionen wie Stolz und Zufriedenheit beim Reparieren oder Verschenken verstärken die Nutzung entsprechender Angebote, während Hygienebedenken und ein «Second-Choice-Image» vom Gebrauchtkauf abhalten.

Handlungsansätze

Je mehr Erfahrung Menschen mit einzelnen Kreislaufangeboten haben, desto weniger werden diese als mühsam empfunden und desto häufiger werden sie genutzt. Wer überzeugt ist, dass defekte Geräte repariert und funktionierende weiterverwendet werden sollten, nutzt entsprechende Angebote deutlich häufiger. Die Ergebnisse zeigen klar: Mehr Wissen, bessere Zugänglichkeit und positive Erfahrungen sind Schlüssel für mehr Kreislaufwirtschaft.

Fazit

Die Studie zeigt, dass Wissenslücken, fehlende Zugänglichkeit und negative Wahrnehmungen die Nutzung von Kreislaufangeboten hemmen – positive Erfahrungen und bessere Information sind der Schlüssel zu mehr Reparatur, Weiterverkauf und Recycling.

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Relaunch sens.ch

Neue Website für optimale Nutzendenführung

Im August 2025 ging die neu gestaltete Website sens.ch online. Der Relaunch war das Ergebnis eines umfassenden Überarbeitungsprozesses mit klaren Zielen: Inhalte schneller auffindbar machen, die Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen optimieren und Projekte wie die Circular Platform stärker sichtbar machen.

Nutzerorientierte Entwicklung

Zu Beginn des Projekts wurden in Interviews mit verschiedenen Zielgruppen deren spezifische Bedürfnisse erfasst. Diese Erkenntnisse ermöglichten eine zielgerichtete Überarbeitung der Informationsstruktur. Der entscheidende Unterschied: Die Website gliedert sich nicht mehr nach Themen, sondern nach Zielgruppen – Privatpersonen oder Geschäftspartner. Diese Neustrukturierung ermöglicht es Besucher:innen, die gesuchten Informationen deutlich schneller zu finden.

Authentische Bildwelt

Parallel zur strukturellen Überarbeitung entstand eine neue Bildwelt. In Fotoshootings bei Verkaufsläden, Sammelstellen und Recyclingbetrieben wurden authentische Einblicke in die Kreislaufwirtschaft von Elektrogeräten festgehalten. Diese Bilder vermitteln die praktische Arbeit von SENS eRecycling und seinen Partnern und machen die Prozesse hinter dem Recycling greifbar.

Erfolgreiche Resonanz

Die neue Website trifft auf breite Akzeptanz. Im Jahr 2025 verzeichnete sens.ch 180 000 aktive Nutzer:innen. Die verbesserte Nutzendenführung und die klare Zielgruppenorientierung erleichtern den Zugang zu Informationen rund um das fachgerechte Recycling von Elektrogeräten und stärken die Position von SENS eRecycling als zentrale Anlaufstelle für die Kreislaufwirtschaft in der Schweiz.

Fazit

Die neu gestaltete Website mit zielgruppenorientierter Struktur und authentischer Bildwelt macht Informationen schneller auffindbar und stärkt die Position von SENS eRecycling als zentrale Anlaufstelle für Kreislaufwirtschaft.

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Wie Kreislaufwirtschaft klingt

Neue Kampagne macht Kreislaufwirtschaft hör- und erlebbar

2025 lancierte SENS eRecycling eine neue Sensibilisierungskampagne, die Kreislaufwirtschaft über einen ungewöhnlichen Weg erlebbar macht: Alltägliche Geräusche defekter Elektrogeräte wie «Rrratter», «Knarrrz» oder «Drrröhn» werden zum Ausgangspunkt für die Kommunikation von Reuse, Repair und Recycle.

Die Kampagne «The Sound of Circular Economy» wurde über verschiedene Kanäle ausgespielt. Auf Social Media vermittelten Videos die Botschaft durch dynamische Typografie und reale Geräuschaufnahmen. Parallel dazu lief eine Audio-Kampagne, die die lautmalerischen Klänge defekter Geräte nutzte, um auf die Kreislaufwirtschaft aufmerksam zu machen.

Direktansprache beim Neukauf

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der gezielten Ansprache von Konsument:innen im Moment des Gerätekaufs. In einer Aktion wurden Pakete von Digitec und Galaxus, die ein Elektrogerät enthalten, mit einem Informationsflyer versehen. Dieser forderte die Kundschaft auf, einen Electro Recycling Bag zu bestellen, um ihr altes Gerät fachgerecht zu recyceln. Die Anzahl Bestellungen lag über den Erwartungen. Das zeigt: Konsument:innen sind im Kaufmoment offen für nachhaltige Angebote und nehmen sie gerne an – insbesondere dann, wenn ein neues Gerät ein altes ersetzt.

Renommierter Design-Award

Durch die konsequente Verwendung lautmalerischer Begriffe und einer einheitlichen visuellen Gestaltung über alle Kanäle hinweg schafft die Kampagne Wiedererkennbarkeit und senkt die Schwelle für nachhaltiges Verhalten im Umgang mit Elektrogeräten. Dass das Konzept überzeugt, bestätigt eine renommierte Auszeichnung: Die Kampagne, die SENS eRecycling gemeinsam mit der Agentur Suan Branding GmbH realisiert hat, wurde mit dem iF Design Award 2026 ausgezeichnet – einem der bedeutendsten Designpreise weltweit.

Fazit

Die Kampagne «The Sound of Circular Economy» macht Kreislaufwirtschaft über Alltagsgeräusche defekter Geräte erlebbar und spricht Konsument:innen in Momenten an, in denen sie sich mit der Entsorgung von Elektrogeräten auseinandersetzen.

Sens eRecycling

Branchenlösung E-Zigaretten

Sensibilisierung für fachgerechtes Vape-Recycling

Seit Juli 2023 besteht für E-Zigaretten eine eigene Branchenlösung. Jede E-Zigarette – ob Einweg oder Mehrweg – enthält einen Lithium-Ionen-Akku und zählt damit zu den Elektrogeräten, die fachgerecht recycelt werden müssen. Die Sammlung erfolgt an Verkaufspunkten, Sammelstellen und seit Ende 2024 zusätzlich über den kostenlosen Vape Recycling Bag, mit dem gebrauchte E-Zigaretten per Post ins Recycling gegeben werden können.

Noch immer landen zu viele E-Zigaretten im Hauskehricht, in der Natur oder in falschen Abfallfraktionen. Um die Sammelquote zu steigern, wurde 2025 die Sensibilisierungskampagne gezielt ausgebaut und auf die Lebenswelt der jungen Zielgruppe ausgerichtet. Im Zentrum stand dabei die Bewerbung des Vape Recycling Bags als niederschwelliges, bequemes Rückgabeangebot.

Kampagne dort, wo die Zielgruppe ist

Die Kommunikationsstrategie 2025 setzte auf Präsenz in relevanten Momenten: Die Social-Media-Kampagne wurde fortgeführt und erreichte die mobile, digitale Zielgruppe auf ihren bevorzugten Kanälen. Parallel dazu wurde Digital Out-of-Home (DOOH) stark ausgeweitet – mit Fokus auf Events und Freizeitaktivitäten.

Im Sommer waren die Kampagnenbotschaften auf dem Weg zu Grossveranstaltungen sichtbar: bei der UEFA Women's EURO, an der Street Parade in Zürich sowie verschiedenen Musikfestivals schweizweit. Wer unterwegs zum Stadion oder zum Festival war, wurde direkt auf die korrekte Entsorgung von E-Zigaretten hingewiesen.

Erstmals Winter-Kampagne in Skigebieten

Neu wurde auf die Skisaison 2025/2026 hin auch eine Winter-Kampagne lanciert. DOOH-Werbung in Skibussen, bei Rückgabestellen in verschiedenen Skigebieten, an Bergbahnstationen und bei einer Après-Ski-Popup-Bar machte auf das Vape-Recycling aufmerksam. Zusätzlich wurden Après-Ski-Bars und Winterfestivals direkt angeschrieben und motiviert, Sensibilisierungs- und Sammelmaterial zu bestellen.

Positive Resonanz

Die konsequente Präsenz dort, wo sich die Zielgruppe aufhält, zeigt Wirkung. Die Sammelquote konnte von 16 % 2024 auf 28 % 2025 gesteigert werden. Die Nachfrage nach dem Vape Recycling Bag war 2025 hoch: Total wurden von Endkonsument:innen und Partnern 25 926 Bags bestellt. Die Kampagne wird 2026 fortgesetzt, um die Rücknahmequote weiter zu erhöhen und das Bewusstsein für die fachgerechte Entsorgung von E-Zigaretten nachhaltig zu verankern.

Fazit

Durch die Präsenz bei Events, Festivals und im Wintersport sowie die Bewerbung des Vape Recycling Bags wurde 2025 die Sensibilisierung für fachgerechtes E-Zigaretten-Recycling deutlich verstärkt.

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Risiken beim Online-Kauf

Auslandkäufe gefährden das Rücknahmesystem

Wo kaufen Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten ihre Elektrogeräte – und wissen sie, welche Folgen der Online-Kauf bei ausländischen Anbietern für das Recyclingsystem hat? Diesen Fragen ging HF Partners, ein Spin-off der ETH Zürich, in einer Studie nach, die im September 2025 durchgeführt wurde. SENS eRecycling beteiligte sich als Projektpartner gemeinsam mit dem Spielwaren Verband Schweiz, Handel Schweiz und der Swiss Retail Federation.

Deutliche Tendenz zum Auslandskauf

Die repräsentative Befragung von 2137 Schweizer Konsument:innen zeigt: 35 % würden ihre elektronischen und elektrischen Geräte eher oder sehr wahrscheinlich im entfernten Ausland kaufen. Ausschlaggebend ist für die meisten der günstige Preis. Gleichzeitig kaufen 37 % ihre Geräte ausschliesslich im stationären Handel.

Das Problem mit dem fehlenden Recyclingbeitrag

Die wenigsten wissen jedoch, dass bei vielen ausländischen Online-Shops der vorgezogene Recyclingbeitrag (vRB) im Kaufpreis fehlt. Zwar sind auch ausländische Online-Shops gesetzlich verpflichtet, Geräte zurückzunehmen – praktisch ist dies aber kaum möglich. Die Folge: Auch Geräte ohne vorgezogenen Recyclingbeitrag landen im Rücknahmesystem von SENS eRecycling, dessen Kosten langfristig nicht mehr gedeckt werden können.

Eigenverantwortung gefragt

Anders als in vielen Nachbarländern ist das Schweizer Rücknahmesystem für Elektrogeräte nicht staatlich, sondern privatwirtschaftlich organisiert. Es funktioniert nur, wenn sich alle gleichermassen beteiligen. Anlässlich des Black Friday und der Weihnachtseinkäufe appellierte SENS eRecycling 2025 an Konsument:innen, bei Online-Käufen zu prüfen, ob der Anbieter an ein Schweizer Recyclingsystem angeschlossen ist. Falls nicht, können sie den freiwilligen vRB von CHF 5.– online nachzahlen und so Verantwortung für das funktionierende Recyclingsystem übernehmen.

Fazit

Die Studie zeigt, dass 35 Prozent der Schweizer Konsument:innen Elektrogeräte im entfernten Ausland kaufen würden – oft ohne zu wissen, dass dabei der vorgezogene Recyclingbeitrag fehlt und das Rücknahmesystem gefährdet wird.

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Projektabschluss Swiss PV Circle

Grundlagen für die Wiederverwendung von PV-Modulen geschaffen

Mit der steigenden Anzahl installierter Photovoltaik-Anlagen nimmt auch die Menge ausrangierter Module zu, die das Ende ihres Lebenszyklus erreichen. Das Projekt Swiss PV Circle untersuchte, wie sich diese Herausforderung durch Wiederverwendung bewältigen lässt.

Das Potenzial der Wiederverwendung

Gemäss den Experten der Berner Fachhochschule könnte rund die Hälfte der jährlich ausrangierten Photovoltaik-Module als Secondhand-Module weiterverwendet werden. Ihr Einsatz wäre besonders dort sinnvoll, wo finanzielle Mittel begrenzt sind oder Nachhaltigkeitsaspekte im Vordergrund stehen. Allerdings werden viele Module bei der Demontage beschädigt und scheiden dadurch für eine Wiederverwendung aus. Zudem erschwert der unzureichende Datenaustausch zwischen den Akteuren der Photovoltaik-Wertschöpfungskette zirkuläre Ansätze.

Nach eineinhalbjähriger Zusammenarbeit zwischen SENS eRecycling, Swissolar, der Berner Fachhochschule und weiteren Partnern aus der Solar- und Energiebranche wurde das Projekt im Juli 2025 erfolgreich abgeschlossen. Im Zentrum stand die Frage: Wie kann die Wiederverwendung von PV-Modulen in der Schweiz ermöglicht und gefördert werden?

Konkrete Ergebnisse für die Praxis

Das Projekt hat zentrale Grundlagen geschaffen, um die Wiederverwendung zu ermöglichen. Dazu gehört ein Plattformprototyp mit Datenmodell, der die frühzeitige Einschätzung der passenden Kreislaufstrategie für ausgediente Module ermöglicht. Ein neues Prognosemodell berechnet bis 2050 einen Rücklauf von 23'000 bis 90'000 Tonnen PV-Modulen. Zudem wurde ein Leitfaden für Installateure entwickelt, der Schritt für Schritt beschreibt, wie gebrauchte Module technisch geprüft, bewertet und wieder in Betrieb genommen werden können.

Ökologisch sinnvoll, wirtschaftlich herausfordernd

Die Marktanalyse zeigt: Ökologisch bietet die Wiederverwendung klare Vorteile durch Ressourcenschonung und Abfallreduktion. Wirtschaftlich bleibt die Rentabilität aufgrund der niedrigen Preise für Neumodule jedoch eine Herausforderung. Gebrauchte Module werden aktuell vor allem in kleineren Anwendungen wie auf Balkonen oder in Schrebergärten eingesetzt.

Politische Empfehlungen für die Umsetzung

Das Projekt formulierte zudem politische Empfehlungen für bessere Rahmenbedingungen: finanzielle Anreize wie ein vorgezogener ReUse-Beitrag oder ReUse-Bonus, ein schweizweites Label- und Zertifizierungssystem, systematische Datenerhebung bei Installation und Rückbau sowie eine harmonisierte Bewilligungspraxis. Nun sind Politik und Wirtschaft gefordert, diese Massnahmen umzusetzen.

Fazit

Das Projekt hat mit einem Plattformprototyp, Prognosemodell und Praxisleitfaden die Grundlagen für die Wiederverwendung von Photovoltaik-Modulen geschaffen – wirtschaftliche Herausforderungen bleiben jedoch bestehen.

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Kampagne Brandgefährlich

Für sichere Sammelstellen

Falsch entsorgte Akkus und Lithium-Ionen-Geräte sind ein ernstes Brandrisiko – für Sammelstellen, Recyclingbetriebe und die Abfallwirtschaft insgesamt. Die 2024 lancierte nationale Kampagne «Brandgefährlich» von SENS eRecycling, Swiss Recycle, INOBAT und Swico machte auch 2025 auf diese Risiken aufmerksam und unterstützte Sammelstellen dabei, sicher und fachgerecht zu handeln.

Kampagne grossflächig präsent

Im Zentrum der Kampagne stehen breit einsetzbare Informations- und Sensibilisierungs-Massnahmen: Plakate, Flyer und Sticker mit dem Sujet «Brandgefährlich» zieren zahlreiche Sammelstellen und helfen, Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen. Ergänzend ist das Sujet inzwischen auch auf einzelnen Abfallfahrzeugen und Heckscheiben präsent. Das erhöht die Sichtbarkeit im Alltag spürbar.

Workshops mit hoher Nachfrage

Ein Schwerpunkt der Umsetzung sind die praxisbezogenen Webinare und Workshops für Sammelstellen-Teams und Gemeinden. Die Webinare in Deutsch und Französisch stiessen auf grosse Nachfrage, die beiden deutschsprachigen Workshops waren schnell ausgebucht. 

Expert:innen von SENS eRecycling vermitteln an den Workshops konkrete Handlungsempfehlungen zur sicheren Sammlung, Lagerung und zum Transport von Lithium-Ionen-Akkus. Im Fokus stehen praxisnahe Präventionsmassnahmen – etwa das konsequente Abkleben der Pole zur Vermeidung von Kurzschlüssen – sowie organisatorische und sicherheitstechnische Aspekte im Umgang mit potenziell brandgefährlichen Geräten.

So geht es 2026 weiter

Die Infomaterialien von «Brandgefährlich» können weiterhin kostenlos bezogen werden, um das Bewusstsein für die Risiken falsch entsorgter Akkus zu schärfen und die Sicherheit in der Abfallwirtschaft zu erhöhen. Im September 2026 wird der Workshop erstmals in französischer Sprache angeboten, um die Westschweiz gezielt anzusprechen und umfassend zu informieren.

Fazit

Die Kampagne «Brandgefährlich» sensibilisiert Konsument:innen, Gemeinden und Sammelstellen-Teams schweizweit für die Risiken falsch entsorgter Akkus und schafft damit die Voraussetzungen für eine sichere und fachgerechte Sammlung von Elektrogeräten.