Wenn das Licht ausgeht: Recycling von Leuchten und Leuchtmitteln

Leuchtmittel enthalten wertvolle Rohstoffe wie Aluminium oder Glas, manche aber auch hochgiftiges Quecksilber, das für Mensch und Umwelt schädlich ist. Deshalb gehören ausgediente Leuchten und Leuchtmittel immer ins Recycling.

Die zertifizierten SENS-Recycler stellen sicher, dass die in Leuchtmitteln enthaltenen Schadstoffe fachgerecht entsorgt werden und enthaltene Wertstoffe zurück in den Kreislauf gelangen.

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Ein Blick ins Gesetz

In der Schweiz regelt die Verordnung über die Rückgabe, die Rücknahme und die Entsorgung elektrischer und elektronischer Geräte (VREG), wie Leuchten, Leuchtmittel und Kabel in der Schweiz entsorgt werden müssen. Darin steht, dass Konsument:innen zur Rückgabe von Leuchten und Leuchtmittel verpflichtet sind (Rückgabepflicht). Verkaufsstellen sowie Händler:innen, die Leuchten oder Leuchtmittel verkaufen, müssen im Gegenzug ausgediente Lampen kostenlos zurücknehmen (Rücknahmepflicht) und sie fachgerecht entsorgen.

So geht Leuchtmittel-Entsorgung

Ausgediente Leuchten und Leuchtmittel können überall dort zurückgegeben werden, wo sie auch gekauft werden können: vom Detailhandel über Fachgeschäfte bis hin zu Online-Shops. Auch öffentliche Sammelstellen nehmen alle Arten von Leuchten und Leuchtmittel zurück. Finde heraus, wo die nächste Sammelstelle in deiner Umgebung liegt.

Das gehört in die Leuchtmittel-Sammlung

  • Leuchtstoffröhren (Neonröhren)
  • Energiesparlampen
  • LED
  • Alle Arten von Hoch- und Niederdrucklampen
  • Leuchten (z. B. Stehleuchten)
     

Das gehört NICHT in die Leuchtmittel-Sammlung

  • Verpackungsmaterial der Leuchten und Leuchtmittel
  • Glüh- und Halogenlampen (gehören in den Kehricht)
  • Sicherungen (keramische Sicherungen etc.) gelten als Bauschutt und gehört nicht ins Leuchtmittel-Recycling

Klassische Glühlampen sowie Halogenlampen können im Kehricht entsorgt werden. Sie enthalten keine Schadstoffe. Wenn du aber unsicher bist, ob es sich um eine Glühlampe, eine Halogenlampe oder doch um eine Energiesparlampe handelt, lohnt sich der Gang zur Sammelstelle. Dort wirst du kompetent beraten.

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Verhindern, dass PCB und Quecksilber in die Umwelt gelangen

Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind Schadstoffe, die schon in geringen Mengen Mensch und Tier gefährden. Seit 1986 sind sie deshalb verboten. Trotzdem werden in Kunststoffabfällen von Recyclingbetrieben immer wieder hohe PCB-Werte gemessen. Mitschuld daran sind PCB-haltige Kondensatoren in Vorschaltgeräten von Leuchten.

Auch das schädliche Quecksilber ist noch in vielen Leuchtmitteln enthalten. Die grösste Herausforderung beim Recycling von quecksilberhaltigen Leuchtmitteln ist, dass Mensch und Umwelt während des Verarbeitungsprozesses geschützt sind. Zerbricht eine Röhre oder gelangt das giftige Schwermetall durch falsche Handhabung in die Luft, besteht ein erhebliches Risiko für Mensch und Natur. Erschwerend kommt hinzu, dass bei der Verarbeitung von Leuchtmitteln – anders als bei anderen Elektrogeräten – die quecksilberhaltigen Stoffe nicht vor der mechanischen Verarbeitung entfernt werden können. Kurzum: beim Sammel-, Transport- und Recyclingprozess ist höchste Vorsicht geboten.

Eine Unterdruckkammer für die Trennung des Quecksilbers

Die moderne Anlage Thévenaz-Leduc in Moudon, die zur Group BAREC gehört, folgt dem Prinzip des integrierten Recyclings. Das bedeutet, dass die Leuchtmittel komplett in der Anlage verarbeitet werden.

Die Unterdruckkammer

Hier werden als erstes die angelieferten Leuchtstoffröhren zerkleinert und gesiebt. Gleichzeitig wird der quecksilberhaltige Staub, der an den Bestandteilen haftet, sowie das Quecksilber aus der Luft abgesaugt und anschliessend durch drei unterschiedliche Filter geführt: einen Vorfilter, einen Hepa- sowie einen Aktivkohlefilter.

Die Trennung der Schad- von Wertstoffen

Das Leuchtstoffpulver, in dem sich noch Quecksilber befindet, wird in hermetisch geschlossenen Behältern gesammelt und so von den anderen Wertstoffen abgetrennt. In dieser Form wird das Leuchtstoffpulver zur Endlagerung in unterirdische Lager in Europa transportiert. Die schadstofffreien Glasfraktionen dagegen werden gereinigt und für die Herstellung von Glaswolle aufbereitet. Sie werden in der Baubranche für die Isolation verwendet.

Wertvolles zurück in den Kreislauf

Ausgediente Leuchtmittel enthalten nicht nur Schadstoffe, sondern auch viele wertvolle Materialien. Glas, Aluminium und andere Metalle können beim Recycling zurückgewonnen und als Sekundärrohstoffe wiederverwendet werden – zum Beispiel in der Glas- oder Bauindustrie. So werden aus ausgedienten Leuchten wieder wertvolle Ressourcen.

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