Die Top 6 Ausreden, warum wir Elektroschrott nicht ins Recycling bringen – und warum du sie vergessen musst

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Den alten Toaster oder Haartrockner extra zur Entsorgungsstelle bringen? Das ist dir zu aufwändig – aus dem Schrott lässt sich ja sowieso nichts mehr gewinnen. Oder doch? Wir klären die fünf häufigsten Recycling-Ausreden.

Werden alte Elektrogeräte nicht gerade repariert oder weiterverkauft, verstauben sie meist im Schrank. Oder noch schlimmer: Sie landen im Hausmüll. Grund dafür sind oft Ausreden, die auf falschen Recycling-Mythen beruhen. Höchste Zeit, diese endlich aus dem Weg zu räumen.

Recycling-Mythos 1: Schrott ist Schrott und deshalb wertlos!

Falsch: Dieser Gedanke ist einer der hartnäckigsten Irrtümer beim Thema Elektroschrott. Viele Menschen glauben, dass aus einem alten, kaputten Föhn oder einer defekten Kaffeemaschine nichts Wertvolles mehr zu holen ist. Deshalb landen diese Geräte oft jahrelang im Keller oder Estrich – und die wertvollen Rohstoffe darin bleiben ungenutzt. Die Realität sieht anders aus: Selbst in Kleingeräten stecken wertvolle Materialien. Kupfer aus Kabeln und Motoren, Aluminium aus Gehäusen, Eisen aus Gehäuserahmen, verschiedene Kunststoffe und sogar kleine Mengen Edelmetalle aus elektronischen Bauteilen. Nach dem fachgerechten Recycling gelangen diese Materialien als Sekundärrohstoffe zurück in den Produktionskreislauf. Das funktioniert aber nur, wenn Elektroschrott über offizielle SENS-Sammelstellen entsorgt wird – nicht im Hausmüll und nicht auf dem Estrich.

Recycling-Mythos 2: Ein altes Gerät zu reparieren, ist sinnvoller als ein neues zu kaufen!

Nicht immer. Bei kleineren Defekten und jüngeren Geräten lohnt sich die Reparatur fast immer. Doch Grossgeräte wie Waschmaschinen oder Kühlschränke, die älter als zehn Jahre sind, verbrauchen oft deutlich mehr Energie und Wasser als moderne Modelle. Ein alter Kühlschrank kann jährlich 100 Franken oder mehr an zusätzlichen Stromkosten verursachen. Hier kann ein Neukauf ökologisch und wirtschaftlich sinnvoller sein – vorausgesetzt, das alte Gerät wird fachgerecht recycelt. 

Recycling-Mythos 3: Die Entsorgung von Elektrogeräten kostet mich viel Geld!

Falsch: Die Entsorgung ist dank des vorgezogenen Recyclingbeitrags (vRB), der beim Kauf bereits im Preis enthalten ist, bereits bezahlt. Du kannst dein Altgerät kostenlos im Fachhandel zurückgeben, egal wo du es gekauft hast, oder zu einer der 640 offiziellen SENS-Sammelstellen bringen. Die spätere Entsorgung ist bereits bezahlt.

Recycling-Mythos 4: Ob ich als Einzelner meinen E-Schrott recycle, macht eh keinen Unterschied!

Falsch. Pro Kopf sammeln Schweizerinnen und Schweizer jährlich rund 11 Kilogramm Elektroschrott, das sind total 100 000 Tonnen! Von deren Wiederverwertung profitiert die Schweiz mehrfach: Der Rohstoffimport sinkt, Transportkosten und -emissionen fallen weg, Arbeitsplätze entstehen und die Umweltbelastung durch Rohstoffabbau wird reduziert. Dein alter Toaster oder Föhn ist ein wichtiger Baustein in diesem System. 

Recycling-Mythos 5: Mein Hausmüll wird vor dem Verbrennen sowieso noch mal getrennt!

Falsch: Unser Hausmüll landet direkt in der Kehrichtverbrennungsanlage – ohne vorherige Sortierung. Es stimmt zwar, dass nach der Verbrennung Metalle aus der Schlacke herausgeholt werden, aber bis dahin sind viele wertvolle Materialien bereits verloren: Kupfer, Aluminium und andere Metalle sind durch die Verbrennung oxidiert und vermischt, Kunststoffe sind vollständig verbrannt, und Edelmetalle sowie seltene Erden können nicht mehr sauber getrennt werden. Zudem können bei unsachgemässer Behandlung Schadstoffe aus elektronischen Bauteilen austreten, etwa wenn Quecksilber aus Lampen austritt oder der Kühlkreislauf verletzt wird. Elektrogeräte gehören zur Sammelstelle oder zum Händler – nie in den Hausmüll. 

Mythos 6: «Unsere Elektrogeräte landen doch eh alle in Afrika!»

Falsch. Dieser Mythos hält sich hartnäckig, entspricht aber nicht der Realität – zumindest nicht, wenn du deine Geräte korrekt entsorgst. Rund 99% der Elektroaltgeräte, die im Schweizer Fachhandel und an SENS-Sammelstellen gesammelt werden, werden auch in der Schweiz fachgerecht und umweltgerecht verarbeitet.

Der Rest wird in OECD-Länder exportiert, wenn beispielsweise eine entsprechende Recyclinganlage in der Schweiz nicht vorhanden ist oder sich die Verarbeitung aufgrund geringer Mengen nicht lohnt – wie etwa bei Photovoltaik-Modulen. Diese werden in Nachbarländer wie Deutschland oder Frankreich exportiert, um die Transportwege kurz zu halten. Diese Exporte erfolgen transparent und unter strengen Auflagen.

Wichtig ist: Geräte müssen korrekt entsorgt werden – beim Händler oder an einer offiziellen Sammelstelle. Wer sein Altgerät einfach an die Strasse stellt oder anderweitig unkontrolliert entsorgt, kann nicht nachvollziehen, was damit geschieht. Dann besteht tatsächlich die Gefahr, dass es in illegalen Kanälen landet.

Fazit: Recycling beginnt bei jedem Einzelnen

Richtiges Recycling ist weder teuer noch kompliziert. Elektrogeräte gehören nie in den Hausmüll, die Rückgabe über Sammelstellen oder den Fachhandel ist kostenlos, und jeder Beitrag zählt. Gemeinsam schliessen wir den Kreislauf und sorgen dafür, dass wertvolle Rohstoffe in neuen Produkten weiterleben.

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